Vita min

ist ein interessantes Spiel mit Worten. Obwohl kein Altdeutsch-Forscher im Moment in der Naehe ist, liegt der Schluss doch nahe, dass “Vita min” mein Leben bedeuten koennte. Mein Leben – und das soll eine Luege sein. Zumindest wenn man dem Spiegel vom 16.01.2012 folgt mit der Titelstory “Die Vitamin-Luege”. Was und wer dort alles zitiert wird. Unglaublich. So z.B. ein Doktor Attenberger. Sieht auf dem Bild aus wie ein richtiger Arzt, mit weissem Kittel, einem Stetoskop und wachem Blick. Aber hat er auch einen wachen Geist¿ Nach Lesen seiner Aussagen auf Seite 79 dreht sich selbst mein Fragezeichen. Aber er ist in guter Gesellschaft. Wer kennt nicht den Praesidenten des Bundesinstitutes fuer Ernaehrung und Lebensmittel in Karlsruhe¿ Der sagt laut Spiegel: “… dass die deutsche Bevoelkerung allein schon durch die normalen Lebensmittel sehr gut mit Vitaminen versorgt sei. Haeufig werde ja behauptet, dass die Produkte heute weniger Naehrstoffe enthalten als frueher … aber das ist ein Maerchen der Vitaminindustrie.” Dann endet das Zitat und der Artikel setzt fort mit der Aussage, dass die landwirtschaftlichen Boeden heute durch die gezielte Duengung viel naehrstoffreicher als frueher seien. Das ist doch mal eine klare Ansage. Ohne weitere Worte.

Ich finde sowieso Aussagen wie “Wenn man sich ausgewogen ernaehrt, bekommt der Koerper alle Vitalstoffe etc. die er benoetigt.” ausserordentlich hilfreich fuer die eigene Lebensgestaltung. Erinnert mich an den Autoverkaeufer, der mir mal sagte, wenn ich den richtigen Sprit nehmen wuerde, wuerde der Motor quasi eine lebenslange Laufdauer haben. Wenn, wenn, wenn. Und was wenn nicht? Leider konnten sich unsere hochqualifizierten Wissenschaftler bis heute noch nicht einigen, wieviel an welchen Vitaminen der Mensch eigentlich braeuchte um gesund zu bleiben. Warum ist das so schwer? Es soll jetzt aber keiner kommen und sagen, dass man an den vielen Krankheiten mehr verdienen koenne, als an der einen Gesundheit. So hinterhaeltig sollte keiner denken. Zudem geht es uns Deutschen ja wirklich nicht schlecht. Das sieht man ja schon an Aeusserlichkeiten wie wachsendem Bauchumfang, zunehmendem BMI und anderen objektiven Messdaten. Ich denke, das sind keine Luegen. Aber vielleicht lockt uns der Spiegel, der Fokus oder ein anderes Magazin dann mit einer Titelstory “Die Fett-Luege – Deutschland wird duenner”. Das waere ein Hammer, oder?

 

 

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