Freizeit oder Dopamin?

Wer sehnt sich nicht nach Freizeit? Ok, es gibt immer mal wieder ein paar Workaholics, die damit  wenig oder gar nichts anfangen können. Davon abgesehen, auch iPhone, iPad der iBook interessiert es wenig, ob Freizeit oder Nicht-Freizeit angesagt ist. Sie sind immer für dich da und damit auch für den Rest der Welt. Warum aber dreht sich unser Denken immer um diese Freizeit wenn wir in Nicht-Freizeit sind? Also sozusagen in der Un-Freizeit, der Zwangszeit, genannt auch Arbeitszeit. Was unterscheidet denn die Arbeitszeit so fundamental von der Freizeit?

Ist es die Chefin oder der Chef? Ist es der Kunde oder die Kollegin? Schwer zu sagen. Denn trifft man sich mal in der Nicht-Arbeitszeit, sind alle mehr oder wenig gleich. Das gilt zumindest spätestens beim Weinfest nach zwei Gläschen Riesling, im Fitnessstudio nach dem Ablegen der Zwangskleidung, oder beim Italiener nach dem Prosecco vor dem Abendessen. Der kennt übrigens nur zwei Kategorien von Gäste: Die mit üppigem und die mit weniger üppigem Trinkgeld. Gelegentlich noch die Spesenritter, die gerne auch die wirklich großen Rechnungen ihrer Tischnachbarn mit nehmen. Sicher ist sicher. Wulfen ist out. Eindeutige Belege sind gefragt, die lästige Fragen nach der Frage des Bezahlers sofort im Keim ersticken. Damit ist unsere Ausgangsfrage jedoch noch keineswegs beantwortet. Es soll tatsächlich auch Menschen geben, die Spaß und Freude haben während ihrer Nicht-Freizeit. Nicht die Art von Spaß beim triebgesteuerten Internetsurfen, nein, richtigen Spaß an dem, was sie außerhalb der Freizeit tun. Die müssen nicht frühmorgens zur Arbeit gehen. Die wollen es. Die haben ihr Hirn so getunt, dass der Faktor Freude möglichst große Chancen hat, Herr der Gefühle zu werden. Und wie geht dann die Arbeit von der Hand? Eigentlich fühlt sie sich überhaupt nicht mehr wie Arbeit an. Und dann hat es sich auch mit dem unsäglichen Stress. Keine Sorge, dass jetzt noch mehr Glücksbotenstoffe, wie z.B. Dopamin, ausgeschüttet werden und der Spaß überhand nimmt. Es gibt zum Glück ja auch noch Chefs. Die verstehen meistens von sehr Viel eine ganze Menge. Ob allerdings Spaß dazu gehört?

Man sollte es nicht unterstellen, man könnte es sogar bezweifeln. Das Business von heute ist hart. Erfordert die ganze Frau, den ganzen Mann. Man hat ja gesehen wie es der Spaßpartei ergangen ist. In wenigen Jahren runter von 18% auf dünne 3%. Genau 2%-Punkte fehlen jetzt zum Überleben. Und spätestens jetzt hört der Spaß ja wohl auf. Oder?

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Zu komplex?

Der nachfolgende Text der österreichischen Kybernetikerin Maria Pruckner und ihr Buch „Die Komplexitätsfalle“ sind eine tolle Einführung in das Thema „Komplexität“. Sie ist eine Schülerin von Heinz von Foerster, dem Pionier der Kybernetik und komplexer Systeme. Folgt man vielen politischen Debatten, Euro-Krise, Schuldenkrise, Atomausstieg etc. so zeigt sich eine Fortsetzung der Schröderschen Basta-Politik in der Merkelschen Alternativlosigkeit. Wir sollen keine Alternativen mehr haben? Peter F. Drucker soll einmal gesagt haben: „There will be no „poor“ countries. There will be only ignorant countries. And the same will be true for individual companies. It will be true for the individual too.“ Komplexes enthält prinzipiell mehr Information, als das menschliche Gehirn erfassen kann. Wie man damit am Besten umgeht, lässt sich leider nicht in wenigen Worten erklären. Wir können immer seltener wissen, was richtig ist, bevor wir etwas getan haben und die Wirkungen erleben. Deshalb ist heute eine der besten Fragen: Wie müsste man es machen, damit es sicher falsch ist? Diese 13 Tipps führen Sie sicher in den Ruin! Meint Frau Prof. Maria Pruckner.

  1. Versuchen Sie erst gar nicht, komplexe Probleme zu lösen.
  2. Nehmen Sie niemals das Wort Kybernetik in den Mund.
  3. Achten Sie nur auf die Optik.
  4. Nennen Sie nur begehrenswerte Ziele.
  5. Wirken Sie brilliant.
  6. Verwenden Sie immer die besten Ausreden.
  7. Verhindern Sie gute Leute.
  8. Sorgen Sie dafür, dass niemand erfolgreich sein kann.
  9. Täuschen Sie Kommunikation vor.
  10. Klagen Sie über Informationsflut.
  11. Lassen Sie andere dumm sterben.
  12. Schüren Sie Konflikte.
  13. Seien Sie immer ein guter Mensch.

Wenn man das so liest … warum denke ich gerade jetzt an Berlin, Brüssel?

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Wer ist glaubwürdig?

Wie steht es um Ihre persönliche Autorität? Wie kann sie positiv beeinflusst werden? Persönliche Autorität wächst mit der Glaubwürdigkeit. Langfristig folgen Menschen nur jenen Führungskräften, deren Worte und Taten übereinstimmen. Menschen mit einem schwachen ICH , einem wenig ausgeprägten Selbstwertgefühl, rechtfertigen sich bei jedem Hauch von Kritik – und zwar reflexartig. Mitarbeiter und Kollegen fühlen sofort, dass Ihr Feedback gar nicht willkommen ist. Solche Manager können ihren Mitarbeitern aber auch nicht vertrauen. Sie beklagen sich dann häufig über deren Unfähigkeit und erkennen nicht, dass ihr eigenes mangelndes Selbstvertrauen der Grund für ihre negative Wahrnehmung ist. Sie sind es, nicht die Anderen.

Sind es nicht die Mutigen, die langfristig erfolgreich sind? Sie werden respektiert und geachtet. Führungskräfte kommen oft in Situationen, in denen sie entweder mutig für etwas eintreten oder sich drücken können. Dann zeigt es sich, ob sie Rückgrat besitzen und ihren Werten und Zielen gerecht werden. Ist die Führungskraft couragiert, wird sie auch dann Stellung beziehen, wenn es ihrem Gegenüber missfallen könnte. Echte Persönlichkeiten stehen zu dem, was sie sind. Sie verleugnen weder ihr Alter, ihre Herkunft noch vergangene Misserfolge. Sie bemühen sich um authentische Aussagen und können auch unangenehme Wahrheiten vertreten. Dazu gehört auch eine offene und ehrliche Kommunikation. Ehrlichkeit verlangt nicht, dass wir alles sagen, was wir denken. Ehrlichkeit will nur, dass wir nichts sagen, was wir nicht auch denken. Zugegeben, das ist häufig nicht so ganz einfach zu praktizieren. Aber was ist schon einfach?

Wie wäre es mit der simplen Frage „Haben Sie etwas dagegen, wenn ich die Wahrheit sage?“ Der Andere weiß zwar, dass jetzt Heikles folgt – aber es hat noch keiner gesagt, dass er lieber angelogen werden möchte. Oder?


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ICH, führen?

Wann sind Sie für Ihre Mitarbeiter ansprechbar? Tauschen Sie sich gerne mit ihnen aus? Ok, man würde es ja gerne tun, wenn die Zeit es erlauben würde. Wofür nehmen Sie sich Zeit? Sind Sie überhaupt noch Frau oder Herr ihrer Zeit? Oder werden Sie überwiegend fremdbestimmt? Sind wirklich die anderen immer dafür verantwortlich? Oder sind wir mittlerweile so konditioniert, dass Adhoc-Meetings, Outlook, Facebook, Twitter uns treiben, uns beherrschen? Was heißt eigentlich “Führungskraft”? Wer führt denn da überhaupt? Eine herausfordernde Frage nicht nur für Burnout-Gefährdete.

Erfolgreiche Führungskräfte sind ihren Mitarbeitern nahe, sehen sie gerne und nutzen jede Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Ein Vorgesetzter wird viel besser akzeptiert, wenn die Mitarbeiter mit ihm leicht ins Gespräch kommen können. Was bedeutet das nun für Sie als Führungskraft? Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten, jemandem eine Botschaft zu vermitteln: In der MAN-, der WIR-, der DU/SIE- oder der ICH-Form. Welche Form hilft in der konkreten Situation weiter?

Man- und Wir-Botschaften sind anonym, unverbindlich und ziemlich substanzlos. Du- oder Sie-Botschaften provozieren häufig den Gesprächspartner, er fühlt sich herausgefordert und leistet schnell Widerstand. Ich-Botschaften hingegen umschreiben das eigene Fühlen und Denken. Der Andere fühlt sich nicht angegriffen, die Situation eskaliert nicht. Ich-Botschaften eignen sich deshalb am besten, um Probleme anzusprechen und sie einer konstruktiven Lösung zuzuführen. Da die Ich-Botschaft sich auch auf das eigene Denken und Fühlen bezieht, wirkt sie ehrlicher und überzeugender. Leider fällt es auch heute noch besonders Männern oft schwer, ihre Gefühle auszudrücken. Sie haben Angst, “unmännlich” zu wirken.

Doch das wahre Leben spielt primär auf der Ebene der Emotionen und nicht auf der Ebene des Verstandes. Oder?

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A.R.T. – eine Klarstellung

Achtsamkeit. Respekt. Toleranz. – Drei Vokabeln, allesamt positiv besetzt, daher häufig verwendet, passend zu Sonntagsreden, Predigten, Führungsbrevieren, Erhobenem- Zeigefinger-Gebaren – meistens in Verbindung mit „ Du sollst …“. Was verstehen wir wirklich im Einzelnen darunter? Bedeutet Achtsamkeit vielleicht nur „Vorsicht, nicht stolpern“, Respekt „kein Widerwort gegenüber der Obrigkeit“ oder Toleranz „nichts sehen, nichts sagen, nichts hören“? Im Zusammenhang mit „Verantwortung übernehmen“ könnten sie allerdings auch ganz anders verstanden und gelebt werden.

Achtsamkeit wird im Alltag meist als erhöhte Aufmerksamkeit verstanden, also innere Einstellung und Bereitschaft, das wahrzunehmen, was einem begegnet. Im Englischen findet wir häufig den Begriff „mindfulness“ dafür. Achtsamkeit ist jedoch etwas anderes als Konzentration. Jon Kabat-Sinn hat in seinem Buch “Im Alltag Ruhe finden” auf Seite 75 Achtsamkeit wie folgt beschrieben: „…so intensiv und befriedigend es auch sein mag, sich in der Konzentration zu üben, bleibt das Ergebnis doch unvollständig, wenn sie nicht durch die Übung der Achtsamkeit ergänzt und vertieft wird. Für sich allein ähnelt sie (die Konzentration) einem Sich-Zurückziehen aus der Welt. Ihre charakteristische Energie ist eher verschlossen als offen, eher versunken als zugänglich, eher tranceartig als hellwach. Was diesem Zustand fehlt, ist die Energie der Neugier, des Wissensdrangs, der Offenheit, der Aufgeschlossenheit, des Engagements für das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrung. “ Also, alle Sinne schärfen, wach und mutig sein.

Respekt kommt aus dem Lateinischen („respectus“) und wird häufig übersetzt mit Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung. Es ist auch eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Ehrerbietung gegenüber anderen oder einer Institution. Eine Steigerung des Respektes ist die Ehrfurcht, etwa vor Gott, oder auch die Pietät. Gegenbegriffe sind Respektlosigkeit, Missachtung und gesteigert als Verachtung. Eine respektvolle Haltung schließt bedenkenloses egoistisches Verhalten aus. Respekt wird häufig auch durch Symbole ausgelöst oder verstärkt und bezieht sich auf sehr unterschiedliche Verhaltensformen, wie etwa Achtung vor anderen Menschen, Höflichkeit, Anerkennung  einer anderen Person. Im Englischen wird „Respekt“ heute softer verwendet. Es steht dort neutraler generell für die Achtung, die jeder Mensch jedem anderen menschlichen Wesen entgegenbringen soll.

Toleranz kommt ebenso aus dem Latein („tolerare“) und bedeutet ertragen, durchstehen, aushalten, erdulden, aber auch zulassen. In der Umgangssprache ist damit verbunden ein gelten Lassen anderer, fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Toleranz leben ist ein hoher Anspruch. Warum? Nachfolgende Zitate sprechen eine deutliche Sprache: ”Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten.” Wilhelm Busch, Aphorismen und Reime, Vergebens predigt Salomo. “Toleranz muss tagtäglich geübt werden.” – Klaus Wowereit im ZDF-Mittagsmagazin vom 21. Juli 2006. “Toleranz predigt der Islam immer nur dort, wo er in der Minderheit ist.” –Joachim Meissner, Beitrag in der Zeitschrift Bunte, November 2001. “Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.” –Thomas Mann, Der Zauberberg.

Achtsamkeit. Respekt. Toleranz. Stellen Sie sich vor, es gelänge immer öfter, diese Werte zu leben. What a wonderful world – frei nach Louis Armstong. Aber warum eigentlich nicht?

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