Neulich im Trainingslager in Malaga fiel R.S. auf, als er sich 4 Tage lang kaum von seinem Handy trennen konnte. Was war mit ihm passiert? Alle hatten ihn als eher introvertierten Menschen kennengelernt, der nicht allzu viel sprach. Und nun diese Handymanie. Es scheint manchmal wirklich nicht einfach, Menschen zu verstehen. Selbst wenn man diese schon einige Jahre kennt. Warum eigentlich? Im Prinzip ist es jedoch einfach: Jeder Mensch ist in Individuum für sich und tickt eben anders als die anderen. Wir aber meinen, es müsste jeder so etwa funktionieren wie wir selbst. Prof. Steven Reiss hat dies jahrelang erforscht im Zusammenhang mit seinen Lebensmotiven. Und eines davon lautet Familie:
“Family reveals how strong the desire to care for others is (with regard to a person‘s own children).
Familie ist das Bedürfnis, die eigenen Kinder aufzuziehen. Es motiviert, sich um die eigenen Kinder zu kümmern und sich für sie aufzuopfern. Das geht weit über den reinen Wunsch hinaus, Kinder zu bekommen.”
Hallo, jetzt können wir das Verhalten von unserem Ronny doch besser verstehen. Und tatsächlich: Während des Frühstücks klingelt bei Ronny wieder das Handy. Dann ein Jubelschrei … Alles schaute ganz betröppelt. Und dann die Botschaft: Ronny ist Vater eines Jungen geworden. Ronny ist total aus dem Häuschen. Wie wir später erfuhren, war es seit langem sein größter Wunsch, Vater zu werden.
Ergo: Ronny ist total happy, da sein Bedürfnis nach “Familie” im Moment voll erfüllt wurde. Und ich bin mir sicher, er wird ein guter Vater werden. Warum? Weil ich weiss, dass bei ihm das Lebensmotiv Familie überdurchschnittlich ausgeprägt ist. Ich kenne allerdings auch andere in unserer Trainingsgruppe, für die eigene Kinder oder eine eigene Familie eher eine Last wären. Diese sind eben anders gestrickt als unser überglücklicher Ronny.
Und wie halten Sie es mit dem Nachwuchs?