Auf der Tour de Golf …

macht sich Serat so ihre Gedanken. Golf soll ja echt gesund sein, dachte sie sich, sonst wuerden es ja nicht so viele Menschen betreiben. Und es sind ja meistens Menschen, die es im Leben bisher zu etwas gebracht haben. Sonst koennten die sich ja auch kein *****-Hotel in traumhafter Landschaft leisten. Bei den abendlichen Gespraechen an der Bar erfaehrt man dann allerdings auch einige Stories, die einen etwas nachdenklich stimmen. So zum Beispiel der Suchtfaktor. Suechtig nach dem kleinen runden weissen Ding, das manchmal echt nicht den Weg in dieses kleine Erdloch findet. Und dabei ist der Rasen wirklich top gepflegt. Ein Gruen, wie man es sich zuhause nur ein Mal wuenschen wuerde. Und wenn dieser Ball dann wirklich seine eigene Wege geht, kann echter Stress entstehen. Kein Par, Birdie oder Boogie, nein, Stress pur. Dabei hatte man sich so viel von dem neuen Golf-Coach erwartet, so viel Geld, Zeit und Muehe in einen veraenderten Schwung investiert. Vielleicht hat der Boris ja doch recht, wenn er sagt, dass sich im Grunde genommen alles wirklich Wichtige nur im Kopf abspielt. Aber,  wer kann mir jetzt helfen …

Klar, ein Mentalcoach. Natuerlich nicht so ein Tschaka-Tschaka-Typ. Nein, etwas wirklich Serioeses. Werde heute Abend mal meinen Barnachbarn fragen, der hat sicher einige gute Adressen. Der scheint wirklich ne Menge zu wissen. Hat anscheinend frueher mal als Wertpapierhaendler gearbeitet und ist echt in der Welt herum gekommen. Es scheint kein Top-Ressort auf diesem Globus zu geben, das der auf seinen Incentivereisen noch nicht kennengelernt hat. Und er kennt auch eine Menge wirklich wichtiger Leute. Ueberhaupt, wenn man den Tagesberichten der Golfsportler/innen aufmerksam zuhoert, dann sind diese ja echte Leistungssportler. Das beginnt schon bei der Ausruestung. Was sind diese Golf-Bags doch schwer. Jetzt verstehe ich, warum Golfer so selten beim Krafttraining zu sehen sind. Die haben genug Training beim Schleppen ihrer Bags zum Caddy. Und dann diese meist huegeligen 18-Loecher-Plaetze. Eine Steigung nach der anderen. Das muss voll in die Knie gehen. Wenn ich mir vorstelle, mehr als 4 Stunden diese Strapaze, allein rein koerperlich betrachtet, und dann teilweise noch unter sengender Sonne, unglaublich dieser Stress. Kein Wunder, wenn diese Menschen dann abends nur noch ueber das verflixte Loch 12 sinnieren koennen. Fokussierung nennet man das. Und das bei diesem heute so boeigen Wind. Das kam ja auch noch erschwerend dazu. Was haben es da doch die Jogger einfach, die einen solchen Stress meist nicht kennen. Die laufen einfach, ohne schweres Gepaeck. Man koennte sie manchmal wirklich beneiden.

Zusammenfassend scheint fuer mich nach den ersten Eindruecken festzustehen, dass Golf fuer mich (noch) zu stressig ist. Sowohl physisch als auch psychisch. Im Moment erscheint mir das ganze mehr eine Tortour de Golf. Aber das kann sich ja vielleicht noch aendern. Vielleicht wenn ich den zu mir passenden Mentalcoach gefunden habe. Man soll die Hoffnung hat nie aufgeben. Ich werde mich jetzt wieder an meine neue Lektuere machen: Jung bleiben, ein Leben lang, von Deepak Chopra. Bin gespannt, was der empfiehlt. Vielleicht Golf spielen?

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